Einige Mitglieder der ehemaligen Bürgerinitiative Stoppt Shell Karstädt haben sich deutlich vom Film „Dorf bleibt Dorf“ von Jean Boué distanziert, darunter zwei Pressesprecherinnen der Initiative. In einem Schreiben an die Ökofilmtour, in deren Programm der Film angeboten wird, kritisieren sie u.a., dass das Anliegen der Bürgerinitiative verfälscht wird:
Wesentliche Auszüge aus dem Schreiben: „Im Film soll es laut Ankündigung um den Sieg der Bürgerinitiative Stoppt-Shell-Karstädt über den Shellkonzern gehen. Durch die Vermischung mit Bildern und Interviews einer zeitlich viel später entstandenen Bürgerinitiative gegen Windenergie erweckt der Film den Eindruck, es sei bei unserem Kampf allgemein gegen Investoren für Erneuerbare Energie gegangen. Das legt auch das Eingangsstatement des Filmemachers nahe. (Ich lebe in der Prignitz, dem dünnst besiedelten Teil Deutschlands ….In der Gemeinde Karstädt wohnen weniger als 6000 Menschen verstreut auf 34 Dörfer. Ein idealer Industriestandort für erneuerbare Energien. Manche sagen, das sei ein Erfolg zum Wohle aller, andere, dass sich die wenigen Menschen gegen Investoren nicht wehren können. Aber ist das so?…..“)
Unsere Bürgerinitiative hat sich nie gegen Erneuerbare Energien im Allgemeinen gewandt und hatte nichts mit dem späteren Widerstand gegen Windräder zu tun.
Wir haben uns gegen ein undemokratisches Bauleitverfahren gewehrt und gegen eine ökologisch unsinnige Großanlage und dagegen, von einem Multi der Fossilindustrie wie Shell über den Tisch gezogen zu werden.
(….)
Außerdem werden in dem Film politisch schwerwiegende Falschaussagen über den Ausbau der Windkraft transportiert. In einer eigens für den Filmdreh produzierten Szene erklärt eine Windkraftgegnerin, in der Gemeinde Karstädt würden Windräder in intakten Mischwäldern und in Schutzgebieten (Biosphärenreservat – Vogelschutzgebiet) geplant. Alle diese Aussagen sind falsch…..“